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Simon Höfele

Simon Höfele

Quelle: Wikipedia

Simon Höfele

Der Klanggestalter der Trompete: Wie Simon Höfele die klassische Musik ins Heute katapultiert

Simon Höfele, 1994 in Darmstadt geboren, gehört zu den markantesten Trompetern seiner Generation. Mit einer Bühnenpräsenz, die virtuose Präzision und erzählerische Tiefe vereint, überschreitet er stilistische Grenzen zwischen klassischem Repertoire, zeitgenössischer Musik und Crossover-Projekten. Seine Musikkarriere zeigt eine konsequente künstlerische Entwicklung: vom früh geförderten Talent zum gefragten Solisten internationaler Spitzenorchester, vom Preisträger zum Tonkünstler mit eigener Handschrift. Neben dem Podium pflegt er eine besondere Leidenschaft für Kaffee (Barista) und die Fotografie – Facetten, die seine Kunst sichtbar und hörbar erden.

Biografie: Von frühen Impulsen zur internationalen Laufbahn

Früh an die Trompete herangeführt, erhielt Höfele prägende Impulse durch renommierte Lehrtraditionen und entwickelte rasch eine ausgeprägte Klangvorstellung. Schon zu Beginn seiner Karriere fielen seine geschmeidige Tongebung, die flexible Artikulation und ein ausgeprägtes Verständnis für Form und Dramaturgie auf. Die künstlerische Entwicklung setzte sich konsequent fort: Auftritte mit führenden Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Mahler Chamber Orchestra, BBC-Orchestern sowie bedeutenden Klangkörpern im deutschsprachigen Raum verankerten seinen Namen in der internationalen Szene. Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Semyon Bychkov, Joana Mallwitz, Markus Stenz oder Duncan Ward formte sein Repertoire- und Stilprofil substanziell, stets mit dem Blick auf Komposition, Arrangement und die Geschichte der Genres.

Karrierehöhepunkte: Residenzen, Debüts und Festivalpräsenz

Zu den jüngeren Meilensteinen zählen Residenzen und Debüts, die sein künstlerisches Spektrum dokumentieren: Als Artist in Residence bewies er Kurationskompetenz, Programmfantasie und die Fähigkeit, Ensembles ohne Dirigat zu führen. Debüts mit PhilZuid und dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck sowie Rückkehr-Einladungen zu deutschen und internationalen Orchestern unterstreichen seine gefestigte Position. In Sälen wie Wigmore Hall, Wiener Konzerthaus, Tonhalle Zürich, Het Concertgebouw oder der Elbphilharmonie demonstriert er Souveränität in klassischer Literatur und im 20./21. Jahrhundert – stets auf der Suche nach narrativer Dichte, dynamischer Bandbreite und farblicher Differenzierung.

Aktuelle Projekte: Zwischen Neue-Musik-Engagement und Crossover

Sein Einsatz für Gegenwartsmusik prägt Programmgestaltung und Diskographie. Auftragswerke und Widmungen von Komponistinnen und Komponisten wie Lisa Streich, Helena Winkelman, Miroslav Srnka, Konstantia Gourzi und Mark Simpson erweitern die Palette der Trompete in Richtung neuer Klangtexturen, Mikrogesten und erweiterten Spieltechniken. Parallel lotet Höfele im Duo und in flexiblen Formationen die Schnittstellen von Klassik, elektronischer Produktion und improvisatorischen Elementen aus. Ein Schlüsselprojekt der jüngsten Jahre ist die Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Pianisten Kaan Bulak, deren Albumtitel schon ästhetische Offenheit signalisiert: Hier verschmelzen Trompetenklang, Synthesizer-Schichten und fein gearbeitete Grooves zu Klangräumen, die zwischen Sound-Art und Kammermusik oszillieren.

Diskographie: Von „Standards“ bis „Nobody Knows“ – und darüber hinaus

Mit der Aufnahme „Standards“ setzte Höfele 2020 ein klares Zeichen: Die Klassiker der Trompetenliteratur – Haydn, Hummel, Arutiunjan, Copland – erscheinen in einer kombinierten Lesart aus historischer Stilsicherheit und moderner Klangästhetik. Die Produktion wurde mit dem OPUS KLASSIK 2020 als „Konzertaufnahme des Jahres“ gewürdigt. „New Standards“ (2021) führt das Thema in die intime Sphäre von Lied, Miniatur und kammermusikalischer Transparenz, wobei Phrasierungsnuancen und Atemdramaturgie die musikalische Linie prägen. „Salted Caramel“ (2022) dokumentiert Höfeles Experimentierlust an der Schnittstelle von Klassik und Jazz – mit Anspielungen an Miles Davis, Roy Hargrove und Dizzy Gillespie in sorgfältigen Arrangements, die kompositorische Struktur und improvisatorischen Geist balancieren.

„Nobody Knows“ (2023) markiert einen Höhepunkt seiner Auseinandersetzung mit dem 20. und 21. Jahrhundert: Bernd Alois Zimmermanns „Nobody Knows De Trouble I See“ entfaltet sich hier als politisch aufgeladenes, klangfarbenreiches Konzertereignis; Toshio Hosokawas „Im Nebel“ untersucht Zwischenräume und Schwebezustände; Christian Josts „Pietà“ reflektiert die lyrische Seite des Instruments – Höfele gestaltet das alles mit beeindruckender Atemökonomie, kontrollierter Virtuosität und einer dramatischen Anlage, die die Trompete als erzählende Stimme ernst nimmt. Das jüngste Kapitel setzt die Kooperation mit Kaan Bulak fort, deren ästhetische Chiffren – Elektronik, Beats, poetische Timbres – Höfeles Klangidentität für neue Publika öffnet.

Stil und Technik: Klangfarben, Atemdramaturgie, musikalische Rhetorik

Höfeles Spiel überzeugt durch eine singende Tongebung, die häufig mit der menschlichen Stimme verglichen wird. Seine Klanggestaltung arbeitet mit einem breiten Spektrum an Dämpfern, Wechseln zwischen offener und gedeckter Ansprache sowie subtilen Farbabstufungen innerhalb einer Phrase. In der Komposition des Moments – dem Gespür für innere Zeit, für rubatoartige Atempunkte und das organische Verbinden von Motiven – liegt ein wesentlicher Teil seiner Autorität. Technisch steht seine Musikalität vor der Virtuosität: Läufe, Triller, Arpeggien und Akkordbrechungen dienen der Rhetorik, nicht dem Effekt. In der Produktion achtet er auf transparente Texturen und ein dynamisches Mastering, das die Klangfarbe der Trompete ohne Härten und mit räumlicher Tiefe abbildet.

Künstlerische Entwicklung: Vom Repertoire zur Programmdramaturgie

Die Musikkarriere des Trompeters zeigt einen roten Faden: Höfele versteht Programmgestaltung als kuratorischen Akt. Klassische Konzerte von Haydn und Hummel bilden Ausgangspunkte, die in Themenprogramme mit Werken des 20. Jahrhunderts (Copland, Zimmermann) und der Gegenwart (Gourzi, Srnka, Streich, Winkelman) eingebettet werden. Dieses dramaturgische Denken spiegelt sich in seiner Diskographie: statt isolierter Virtuosenstücke entstehen konzeptuelle Alben, deren Dramaturgie – vom Arrangement bis zur Trackreihenfolge – ein eigenes Narrativ trägt. So wirkt die Diskographie wie eine komponierte Reise durch Genre, Epoche und Klangästhetik.

Kultureller Einfluss: Brücken zwischen Konzertsaal, Medien und Crossover

Höfele fungiert als Übersetzer zwischen Szenen: Er spielt mit Spitzenorchestern, tritt in führenden Konzerthäusern auf und zeigt gleichzeitig Präsenz in Formaten, die jüngere Hörer ansprechen. Seine Projekte mit Elektronik und seine Dialoge mit Jazz-Idiomatik öffnen die klassische Trompete für neue Hörsozialisationen. Darüber hinaus engagiert er sich als Kommunikator – etwa im Gesprächsformat und im Podcast-Kontext – und stärkt damit die Sichtbarkeit von Musikerbiografien jenseits des reinen Konzertbetriebs. Durch Auftragswerke und Uraufführungen wirkt er direkt auf das Repertoire ein; seine Rolle als Interpret wird zur Co-Autorschaft an der lebendigen Tradition des Instruments.

Repertoire-Schwerpunkte und Zusammenarbeit mit Komponistinnen/Komponisten

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Nähe zu zeitgenössischen Stimmen, die der Trompete neue Rollen zuweisen: als lyrischer Erzähler, als Teil elektroakustischer Texturen, als Rhythmusträger in hybriden Setups. Kompositorische Handschriften wie jene von Lisa Streich, Helena Winkelman, Konstantia Gourzi oder Mark Simpson inspirieren Höfele zu klanglichen Experimenten, bei denen Dämpfer, Multiphonics, Flatterzunge und Atemgeräusche bewusst in den Gesamtklang integriert werden. Diese Zusammenarbeit erweitert das Vokabular des Instruments – und verankert zugleich die Trompete im ästhetischen Diskurs unserer Zeit.

„Stimmen der Fans“

Die Reaktionen der Fans zeigen deutlich: Simon Höfele begeistert Menschen weltweit. Auf Instagram schwärmt ein Fan: „Diese Wärme im Ton – Gänsehaut pur!“ Auf Facebook schreibt eine Hörerin: „Selten so eine Mischung aus Präzision und Poesie gehört – bitte mehr davon!“ Auf Spotify betonen Hörerinnen und Hörer die Spannweite seiner Diskographie: von klassischer Eleganz bis zu mutigen Klangexperimenten. Diese Resonanz spiegelt, was auch Kritiken festhalten: Höfele verbindet technische Meisterschaft mit einer erzählerischen Haltung, die berührt.

Auszeichnungen, Presse und Resonanz

Der OPUS KLASSIK 2020 für „Standards“ würdigte nicht nur technische Brillanz, sondern auch interpretatorische Tiefe und Repertoireverständnis. Musikpresse und Feuilletons heben wiederholt die „charismatische Brillanz und Wärme“ seines Spiels sowie die „außerordentliche Atemkontrolle“ hervor. Rezensionen zu „Nobody Knows“ loben seine Fähigkeit, komplexe Partituren zwischen Jazz-Anmutung, serieller Harmonik und spiritueller Unterströmung in organische Bögen zu formen. Dass die Trompete hierbei nie bloß strahlt, sondern erzählt, gilt als sein Markenzeichen.

Lehre, Podcast und Off-Stage-Persönlichkeit

Neben Konzerttätigkeit und Aufnahmen engagiert sich Höfele in der Lehre und vermittelt interpretatorisches Handwerk: Klangbildung, stilistische Idiome, historisch informierte Artikulation und moderne Spieltechniken. Sein Interesse für Fotografie und Kaffee-Kultur verleiht der Künstlerpersona zusätzliche Kontur. Diese Off-Stage-Perspektiven – vom bewussten Hören eines Single-Origin-Espressos bis zum Blick durch die Kamera – wirken als Spiegel seiner musikalischen Sensibilität: präzise, neugierig, detailverliebt.

Fazit: Warum man Simon Höfele jetzt hören sollte

Wer die Zukunft der Trompete hören will, findet in Simon Höfele einen Künstler, der Tradition respektiert und zugleich Neues möglich macht. Seine künstlerische Entwicklung ist stringent, seine Diskographie schlüssig kuratiert, seine Bühnenpräsenz elektrisiert – vom klassisch formvollendeten Konzert bis zum elektronischen Klangabenteuer. Er definiert, wie Genregrenzen fallen können, ohne Substanz preiszugeben. Empfehlung: live erleben, wenn die erzählerische Kraft seiner Trompete Raum, Zeit und Publikum in einen gemeinsamen Atem holt.

Offizielle Kanäle von Simon Höfele:

Quellen: