Urbaner Wandel in Passau: Innenstadt, Wohnen & Quartiere
Urbaner Wandel in Passau: Neue Stadtviertel und Projekte bis 2030
Passau richtet den Blick nach vorn: Bis 2030 sollen Innenstadt, Quartiere und Mobilität spürbar weiterentwickelt werden – mit mehr Aufenthaltsqualität, klimaangepassten Freiräumen und einem Wohnungsangebot, das in die vorhandene Stadt integriert ist.
Leitbild bis 2030: Innenentwicklung, Klimaresilienz, kurze Wege
Die kommenden Jahre stehen im Zeichen einer kompakten, klimaangepassten Stadt. Passau setzt auf Innenentwicklung vor Außenentwicklung, stärkt öffentliche Räume und verknüpft Wohnen, Arbeiten und Mobilität so, dass Wege kürzer und der öffentliche Raum hochwertiger werden.
- Innenstadt als lebendiges Zentrum mit mehr Platz für Aufenthalt, Kultur und Nahversorgung
- Nachverdichtung im Bestand statt neuer Randlagen
- Klimaresiliente Freiräume nach dem Schwammstadt-Prinzip
- Verkehrswende mit sicheren Radverbindungen und besseren ÖPNV-Verknüpfungen
Innenstadt in Umsetzung: Öffentlicher Raum, Ufer und Orientierung
Die Innenstadt soll als Alltags- und Begegnungsraum gestärkt werden. Vorgesehen sind Schritt-für-Schritt-Maßnahmen, die Zugänge zu Donau und Inn verbessern, Plätze aufwerten und zentrale Wegeachsen klarer führen.
- Aufwertung von Uferwegen an Donau und Inn mit besserer Erreichbarkeit und mehr Aufenthaltsqualität
- Grün- und Lichtkonzept für eine gute Orientierung und ein sicheres, attraktives Erscheinungsbild auch am Abend
- Barrierearme Verbindungen zwischen Altstadt, Neuer Mitte und Bahnhofsbereich
- Mehr Stadtbäume, Entsiegelungen und schattige Sitzbereiche für Hitzeschutz
Die Maßnahmen werden abschnittsweise geplant und umgesetzt; Beteiligungsformate informieren vor Entscheidungen und während der Ausführung.
Wohnen: Nachverdichtung mit Augenmaß
Um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, setzt Passau auf Lückenschlüsse, Aufstockungen und die Aktivierung wenig genutzter Grundstücke. Der Fokus liegt auf qualitätsvoller Einfügung in gewachsene Quartiere.
- Standortbezogene Bebauungspläne sichern Baukultur, Grünanteile und Nachbarschaftsverträglichkeit
- Soziale Infrastruktur (Kitas, Schulen, Freiräume) wird planerisch mitgedacht
- Mischungen aus gefördertem, preisgedämpftem und freifinanziertem Wohnen werden angestrebt
- Mobilitätskonzepte (Fahrradabstellanlagen, Carsharing, ÖPNV-Anbindung) reduzieren Stellplatzdruck
Anträge für kleinere und mittlere Wohnprojekte werden über das Bauleit- und Baugenehmigungsverfahren gesteuert; begleitende Dialoge sollen Akzeptanz und Qualität sichern.
Neue Quartiere und Konversionsflächen: Perspektiven prüfen
Perspektivisch werden zentral gelegene Entwicklungs- und Konversionsflächen auf ihre Eignung für gemischte Quartiere geprüft. Ziel sind lebendige Stadtteile aus Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur und Nahversorgung.
- Städtebauliche Studien und Wettbewerbe klären Dichte, Nutzungsmischung und Freiraumkonzepte
- Schwammstadt-Bausteine: begrünte Dächer, Versickerungsflächen, offene Wasserführungen
- Energie und Klima: Photovoltaik, Effizienzstandards, sommerlicher Wärmeschutz
- Soziale Mischung: unterschiedliche Wohnformen, Erdgeschossnutzungen und Quartierstreffs
Vor einer Umsetzung werden verkehrliche, ökologische und wirtschaftliche Machbarkeit sowie Belange des Denkmal- und Hochwasserschutzes umfassend abgewogen.
Mobilität: Sicheres Radnetz und clevere Verknüpfungen
Die Mobilität der kurzen Wege wird ausgebaut. Geplant sind sichere, durchgängige Verbindungen für Rad- und Fußverkehr sowie gute Umstiege zum ÖPNV.
- Lückenschlüsse im Radnetz, sichere Kreuzungen und komfortable Abstellanlagen
- Mobilitätsstationen mit Bike-Sharing, Carsharing und ÖPNV-Information
- Digitale Dienste zur Routen- und Auslastungsinformation
- Ruhender Verkehr: intelligentes Parkraummanagement zugunsten des öffentlichen Raums
Maßnahmen orientieren sich an bundesweiten Standards und werden stufenweise realisiert.
Planungsverfahren und Beteiligung: So können Sie mitreden
Alle wesentlichen Schritte in Bauleitplanung und Einzelvorhaben durchlaufen geregelte Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Ankündigungen, Unterlagen und Fristen werden digital bereitgestellt.
- Frühzeitige Information: Planungsziele, Untersuchungsrahmen, Beteiligungsformate
- Entwurfsphase: öffentliche Auslegung mit Möglichkeit zur Stellungnahme
- Abwägung und Beschluss: transparente Dokumentation der Entscheidungen
- Umsetzung: Bauphasen-Informationen und Kontaktstellen für Anliegen
Durch rechtzeitige Hinweise können Anregungen zu Verkehr, Grün, Nutzungsmischung und Gestaltung in die Planung einfließen.
Zeitliche Orientierung 2026–2030
Der Fortschritt erfolgt in Etappen. Jährliche Haushalts- und Förderentscheidungen priorisieren Maßnahmen nach Wirkung, Genehmigungsreife und Förderfähigkeit. Erste Schwerpunkte liegen auf Innenstadtaufwertungen, qualitätsvoller Nachverdichtung und der Vervollständigung wichtiger Rad- und Fußverbindungen.
Chancen und was Passau im Blick behält
- Lebensqualität: mehr Schatten, Grün, Sitzgelegenheiten und sichere Wege
- Bezahlbarkeit: Balance zwischen Qualität, Klimaschutz und Kosten
- Identität: sensibler Umgang mit Baukultur und Blickachsen
- Akzeptanz: transparente Kommunikation und Beteiligung auf Augenhöhe
Quellen und weiterführende Informationen
- Stadt Passau – Offizielles Stadtportal — zentrale Informationen zu Planen, Bauen und Beteiligung (accessed 2026-01-07)
- Freistaat Bayern – Städtebauförderung — Programme zur Stärkung von Innenstädten und Quartieren (accessed 2026-01-07)
- Umweltbundesamt – Schwammstadt-Konzept — Grundlagen klimaresilienter Stadtentwicklung (accessed 2026-01-07)
- Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) – Schwammstadt — Praxisbeispiele und Leitfäden (accessed 2026-01-07)
- BMDV – Nationaler Radverkehrsplan 3.0 — Ziele und Maßnahmen für den Radverkehr bis 2030 (accessed 2026-01-07)




